Schön. Und gut. Aber …

Neulich in Berlin: 30° Grad, samtweicher Rasen, Fröschequaken, Biobuletten, Veggiewraps und Co., Wasser satt. Ein launiger Bundespräsident als Gastgeber.
Der Rahmen für die Woche der Umwelt hätte kaum angenehmer sein können.
Etwa 200 Aussteller, viel Fachwissen, Hightec, Unis, Bildungsprojekte – und 2 Ideen, die ich großartig finde:

Ein Schrubber für Unterbodenschiffe, der mit Luftpumpe, ohne Biozide funktioniert und für 25 % weniger Spritverbrauch sorgt (hurra low-tec! http://www.bigeasycleaner). Und der CellcoKorkDämmLehm von Haacke: Wärmedämmung aus nachwachsenden Rohstoffen statt Styropor (www.haacke-cellco.de).

2 von 200? Und warum ausgerechnet die?
Weil ich sie verstanden habe.
Das heißt also nicht, dass andere präsentierte Ideen und Initiativen weniger schlau, ambitioniert, engagiert gewesen wären – nur: Ich konnte sie meistens nicht oder nur schwer begreifen. Schade.
Wenn ich schon abwinke, wie soll denn dann erst ein mäßig Interessierter, geschweige denn jemand, der „Nachhaltigkeit“ als Luxus begreift, für Klima- und Ressourcenschutz, für Energieeffizienz, gesundes Essen, Ökologie und Fairness begeistert werden?
Und begeistern muss man sie, Unternehmenschefs leider genauso wie Konsumenten. Woher sollten sonst Nachahmer und neues Engagement kommen? Aus der Angst vor dem Klimawandel? Aus logischen Überlegungen?
Schön wär´s.

Wie wir bei anderen Themen feststellen, sind Menschen zu beschäftigt um sich mit unbequemen Dingen intensiv auseinanderzusetzen. Das Leben scheint so komplex, da ist die Sehnsucht nach einfachen Lösungen groß. Das ist keine Schelte – ich vermute, wir sind einfach so. Sonst wäre aus den unzähligen „man-müßte-mals“ mehr entstanden. Was bedeutet das im Umkehrschluss?

Wer Gutes tut, muss auch drüber reden. Ein olle Weisheit, die aber gerade für „Nachhaltigkeits“-Themen umso mehr gilt. Es reicht nicht, sich für Klimaschutz/Ressourenschonung/Ökologie zu engagieren. Sie müssen es zeigen, begreifbar, erlebbar machen – und zwar so, dass mitmachen einfach wird. Da reicht kein Fylerchen.
Werbung? Jaha, Werbung!
Darf man das?
Man muss. Sie müssen.
Oder wollen Sie den Greenwashern dieser Welt kampflos das Feld überlassen? Ihre Idee, Ihr Projekt, Ihr Produkt könnte so viel mehr bewegen als zähflüssige Politik. (Von den positiven Effekten auf Ihr Unternehmen ganz abgesehen.)

Also: Zeigen Sie her Ihre veganen Schuh. Ihre Bionik-Lacke, Ihre Kälte/Wärmerückgewinnung, Brennstoffzellen
und CO2-Sparbücher. Trommeln Sie. Und bringen Sie die Menschen da draußen in Wallungen.

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